Das Kennzeichen des deutschen Warndt ist sein großes zusammenhängendes Waldgebiet, eines der größten im Saarland. Der Warndtwald ist bedeutsamer Ausgleichs- und Erholungsraum für die umliegenden Ballungszentren mit dem Oberzentrum Saarbrücken, den Mittelzentren Saarlouis und Völklingen sowie der ehem. Montanindustriekonzentration im lothringischen Kohlebecken. Auch vor dem Hintergrund der unmittelbar angrenzenden Industrielandschaft besitzt der Warndtwald eine wichtige Naherholungsfunktion. Der Warndtwald ist ein beliebtes Wandergebiet. Egal zu welcher Jahreszeit sind die zahlreichen Rad- und Wanderwege gut frequentiert.
Der weitaus größte Teil des deutschen Warndtwaldes ist Eigentum des Saarlandes und wird vom SaarForst Landesbetrieb bewirtschaftet. Weitere Waldeigentümer sind die Stadt Völklingen und die Gemeinden Wadgassen und Großrosseln. Einige kleinere Waldflächen befinden sich in Privateigentum. Bis zur französischen Revolution waren die Fürsten von Nassau – Saarbrücken und das Kloster Wadgassen die größten Waldeigentümer im Warndt, danach 1815 der preußische Staat bis 1919. Der Wald- und damit der Holzreichtum war Garant für das Aufblühen der Glasindustrie im Warndt. Noch heute sind in vielen Waldflächen die Standorte der damaligen Kohlemeiler zur Herstellung von Holzkohle und Pottasche für die Glasherstellung erkennbar. Die starke Holznutzung führte aber dazu, dass die Wälder stark übernutzt wurden. Erst der verstärkte Einsatz der Steinkohle brachte hier dem Warndtwald im 19. Jahrhundert Entlastung.
Das vorherrschende Grundgestein im Warndt ist der mittlere Bundsandstein, der auf großen Flächen von Feinlehmauflagen überdeckt ist. Die natürliche Waldgesellschaft, die sich auf diesen Standorten ohne menschliches Eingreifen entwickeln würde, ist der bodensaure Buchenwald.
Auch heute besteht der Wald im deutschen Warndt zum überwiegenden Teil aus Laubbäumen und hier vor allem aus Buche und Eiche. Diesen beiden Hauptbaumarten beigemischt treten die Ahornarten, Esche, Erle, Kirsche, Hainbuche, Birke und viele andere Laubbaumarten auf. Den geringeren Teil bilden die Nadelbäume wie Kiefer, Fichte, Lärche und andere. Diese sind sowohl als kleinere Nadelbaumbestände vorhanden als auch zum überwiegenden Teil in die Laubbaumbestände eingemischt. Die Baumartenzusammen-setzung kann als naturnah bezeichnet werden. Der Wald wird seit Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts nach den Grundsätzen einer naturnahen Waldwirtschaft bewirtschaftet. Dies bedeutet den Verzicht auf Kahlschläge und dafür einzelbaumweise Pflege und Nutzung der Bäume, das Verbot des flächigen Befahrens der Waldflächen und dafür Konzentration der Fahrbewegungen der Forstmaschinen auf so genannte Rückegassen, die weitgehende natürliche Verjüngung des Waldes statt Pflanzung des jungen Waldes, den Verzicht auf Chemieeinsatz zur Schädlingsbekämpfung und vieles mehr. Immer wieder wurde der Wald im Warndt von Katastrophen betroffen. 1940 und 1990 traten starke Schäden durch Windwürfe auf. Im II. Weltkrieg entstanden große Verwüstungen durch die Kriegshandlungen. Noch heute stecken im Holz vieler Altbäume Splitter der Granaten und Geschosse aus der damaligen Zeit.
Der Warndtwald ist ein wildreiches Gebiet. Hauptwildarten sind das Schwarzwild und das Rehwild. Beide werden jagdlich genutzt. Nach wie vor kommt im Warndtwald die strenggeschützte Wildkatze vor, auch wenn man sie nur ganz selten zu Gesicht bekommt.
Im Rahmen der Verordnung NATURA 2000 der Europäischen Union ist der Warndtwald als FFH – Gebiet ausgewiesen. Vereinfacht dargestellt bedeutet dies, dass der Warndtwald weiterhin forstwirtschaftlich genutzt werden darf, auf die vorhandene Flora und Fauna aber besonders Rücksicht genommen werden muss.
Im deutschen Warndt bestehen die zwei Naturwaldzellen „Weinbrunn“ und „Werbeler Graben“. In diesen beiden Naturschutzgebieten, insgesamt etwa einhundert Hektar großen Flächen ist jegliche Nutzung verboten. Beide Flächen sind Teil des Naturwaldzellenprogramms des saarländischen Umweltministeriums, welches seit über dreißig Jahren besteht. Die über das ganze Saarland verteilten Naturwaldzellen repräsentieren die im Land vorkommenden natürlichen Waldgesellschaften. Diese Flächen sollen sich zu „Urwäldern von morgen“ entwickeln. Ihre Entwicklung wird dabei untersucht und dokumentiert.
Die forstwirtschaftliche Nutzung bietet Arbeitsplätze im Wald als Forstleute, Waldarbeiter, Unternehmer zur Ernte, Rückung und Transport des Holzes. Das im Warndtwald geerntete Holz wird in der Holzindustrie z.T. im Land weiterverarbeitet, z.T. geht es in die Nachbarländer. Die nachhaltige Nutzung des einheimischen und nachwachsenden Rohstoffes Holzes schafft und erhält somit viele Arbeitsplätze. Leider gibt es waldnah im Warndt keine Holzindustie mehr.
Durch die steigenden Preise für die fossilen Energieträger Öl und Gas hat in den letzten Jahren das im Wald gewonnene Brennholz wieder große Bedeutung erlangt. Als so genannte „Selbstwerber“ können die Bürger bereits gefälltes Holz erwerben und für ihre „Wärmebedürfnisse“ aufarbeiten. Die Nutzung des heimischen Holzes hilft dabei, fossile Rohstoffe zu sparen.
Die Attraktivität des Warndt als "Rückzugsraum" in unmittelbarer Nähe des Verdichtungsraumes entlang der Saar, verbunden mit der guten verkehrlichen Erreichbarkeit stellt den "Trumpf" dar, den es gilt, künftig in Verbindung mit darauf abgestimmten Konzepten auszuspielen. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die Pflege und den Ausbau vorhandener Wanderwege zu richten, die derzeit teilweise erhebliche Mängel hinsichtlich der Pflege bzw. des allgemeinen Zustands aufweisen.
Die Orts- und Stadtteile des saarländischen Warndt sind, wie beispielsweise Karlsbrunn, St. Nikolaus oder Dorf im Warndt inselartig in das Waldgebiet eingebettet. Die Natur- und Kulturlandschaft im deutschen Warndt ist sehr vielfältig und daher aufgrund ihrer hohen ökologischen Wertigkeit in vielen Bereichen gesetzlich geschützt. Zum Erhalt und zur Pflege der wertvollen kultur- landschaftlichen Bestände sind diese Flächennutzungen unbedingt dauerhaft zu sichern.
(bearbeiteter und erheblich ergänzter Text der Interkommunalen Entwicklungsstudie Warndt durch H.A.Letter, Ministerium für Umwelt, Abt. C)