Der Warndt ist eine stark durch Bergbau geprägte Region. Zu den eigentlichen Betriebsflächen der jeweiligen Bergwerksgelände gehören insbesondere die vorhandenen Schlamm- und Absinkweiher, die einen wertvollen Beitrag zur Natur- und Kulturlandschaft
des Warndt liefern. Die Industriebrachen haben sich inzwischen zu regelrechten Vogelparadiesen entwickelt. So haben Naturschützer bereits ca. 130 Vogelarten am Schlammweiher in Luisenthal gezählt. Hierunter sind auch viele seltene und Rote-Liste-Arten zu finden. Auf relativ kleinem Raum finden sich im Bereich der in den Waldflächen gelegenen Schlammweiher unterschiedlichste Lebensräume, wodurch die vergleichsweise hohe Artenvielfalt zu erklären ist.
Der Warndt war traditionell durch großen Wasserreichtum gekennzeichnet. Die vorhandenen Wasserflächen spielten auch für die Entwicklung des Warndt eine große Rolle. So wird z.B. die nördliche Grenze der Region durch den Verlauf der Saar dargestellt. Ein bedeutsames Gewässer im Warndt ist die Rossel mit dem zugehörigen Rosseltal, die für Namensgebungen sowohl auf deutscher Seite (Großrosseln) wie auch auf französischer Seite (Petite Rosselle) verantwortlich ist. Ein Jahrhundert Bergbau hat diese natürlichen Verhältnisse grundlich gestört, so dass heute –ohne die Grubenwässer nach Ausklingen des Bergbaues z.B. der Grohbruchbach nahezu trocken gefallen ist.
Der Rosselsprung bei Ludweiler stellt wiederum ein naturräumliches Highlight für die Region dar, das künftig stärker in Tourismuskonzepte eingebunden werden sollte. So existiert beispielsweise ein rechtskräftiger Bebauungsplan zur Errichtung einer Freilichtbühne, der u.U. als Beginn einer solchen Entwicklung genutzt werden kann.
Neben der Rossel prägen insbesondere der Lauterbach, sowie kleine Bäche (z.B. Groh- bruchbach, St. Nikolaus-Bach) das Landschaftsbild im Warndt.
Siedlungsränder
Siedlungsränder markieren den Übergang vom dorfumgebenden Landschaftsraum zum Siedlungskörper. Sie sind daher für den siedlungsgestalterischen Gesamteindruck und damit auch für die Dorferneuerung von herausragender Bedeutung. Ein harmonischer, fließender Übergang von der Bebauung zur freien Landschaft ist aber nicht nur für den Gesamteindruck von Bedeutung, sondern trägt auch in entscheidendem Maße zur Erhöhung der Qualität des Wohnumfeldes und somit zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Nicht zuletzt aufgrund der idyllischen Einbettung in den Warndtwald ist der Großrosselner Ortsteil Karlsbrunn als "Juwel" des Warndt bekannt. Attraktiv gestaltete Sied- lungsränder tragen in erheblichem Maße zur Steigerung des Wohnwertes sowie zum gesamten Erscheinungsbild des Dorfes bei. Gerade die Einbettung der einzelnen Dörfer in die Umgebung stellt ein wesentliches Potenzial der Ortschaften im Warndtwald dar. Der unmittelbar angrenzende Waldrand verleiht den Ortschaften einen besonderen Reiz. Doch nicht alle Ortsteile sind von Waldflächen umgeben. Insbesondere das Dorf Naßweiler liegt außerhalb der Waldflächen und ist bereichsweise durch einen "harten" Übergang zwischen Siedlung und offener Landschaft gekennzeichnet.
Fazit Landschaft und Freiraum
Der größte Trumpf des Warndt stellen zweifelsohne die umfangreichen zusammenhängenden Waldflächen dar, die die Funktion eines wichtigen Ausgleichs- und Erholungsraums für die umliegenden Ballungszentren bilden. Gleichzeitig liegen hierin wichtige Potenziale für den Ausbau des Tourismus, d.h. die Bindung der Besucher überörtlich bekannter Ziele (z.B. Weltkulturerbe Völklinger Hütte) im Warndt. Mit dem Verein „Maltiz" ist bereits ein wichtiger Schritt getan, Bewohnern und Besuchern den Wald ein Stück näher zu bringen.
zum Artikel "Wandern erlaubt, campen verboten"

