Auf der vor Ihnen liegenden Offenlandschaft haben Berg- und Hüttenarbeiter bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Ackerbau betrieben. Mit dem Strukturwandel in der Montanindustrie änderten sich auch die Arbeitsverhältnisse in der Bevölkerung. Der landwirtschaftliche Nebenerwerb verschwand und zu Beginn der 80er Jahre war jegliche Nutzung auf den armen Sandböden aufgegeben.
Auf Initiative und durch die Unterstützung des Stadtverbandes Saarbrücken, des Vereins Vis à Vis, der Mittelstadt Völklingen, des Bund für Vogel- und Naturschutz Warndt, des Saarforst Landesbetriebes und des Landschaftspflegevereins Karlsbrunn konnten im Jahr 2003 engagierte Partner gewonnen werden, die durch eine naturverträgliche Beweidung diese große Offenland-Insel im waldreichen Warndt erhalten wollten. Denn es zeichnete sich bereits ab, dass die einsetzende Verbuschung unweigerlich das Offenland verschließen würde. Eine artenreiche Kulturlandschaft wäre dann verloren.
Das etwa 36 Hektar große Projektgebiet wurde vorab wissenschaftlich untersucht. Sensible Bereiche wie Feuchtgebiete wurden von der Beweidung ausgeschlossen und auch verschiedene Sukzessionsstadien bleiben erhalten. Erfolge von Beweidungsmethoden, Vegetationsveränderungen und Auswirkungen auf die Tierwelt werden langfristig beobachtet.
Die Partner gründeten als Gesellschafter die Naturrind Warndt GmbH und wählten mit dem Glanrind eine alte, vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse aus. Für die ganzjährige Weidehaltung in einer Mutterkuhherde ist das Glanrind körperlich robust genug, um dabei noch einen guten Fleischertrag zu liefern. So wird das Weideland extensiv und damit schonend offen gehalten, eine alte Nutztierrasse durch kontrollierte Zucht erhalten und gleichzeitig auch noch ein hochwertiges Lebensmittel aus der Region produziert.
Sie können über eine Direktvermarktung das nach den Regeln des ökologischen Landbaus produzierte und zertifizierte Fleisch beziehen:
Naturrind Warndt (06898 42076)
naturrind-warndt@web.de
In Karlsbrunn wurden 80 schwarze Heidschnucken geboren
Copyright SZ/VK erschienen am 18.08.2009