Wenn der Winter geht, kommen die Frösche

Im zeitigen Frühjahr mit steigenden Temperaturen erwachen die Amphibien aus ihrem mehrere Monate langen Winterschlaf. Bei Regenwetter und nächtlichen Temperaturen ab 5° C machen sie sich auf den Weg von ihren Winterquartieren in ihre Laichgewässer.
Instinktgetrieben ziehen sie auf den gewohnten Wegen immer zu den Tümpeln und Teichen, in denen sie selbst das Licht der Welt erblickt haben
und sorgen hier für den Nachwuchs des neuen Jahres.
Auf ihren Wanderungen von den Winterquartieren zu den Laichgewässern sind die Tiere oftmals gezwungen, Straßen zu überqueren, die ihren Weg kreuzen. Nicht selten endet das Leben eines paarungswilligen Tieres auf dem Asphalt einer Straße.
Um dies zu verhindern, stellen die Mitarbeiter der Straßenmeistereien, dort wo die Amphibienwanderungen Straßen kreuzen, Schutzzäune auf. In regelmäßigen Abständen sind hier Eimer eingegraben. Treffen Amphibien auf ihrer Wanderung auf einen solchen Schutzzaun, so wandern sie an ihm entlang bis sie in einen der eingegrabenen Eimer fallen. Zahlreiche engagierte Naturschützer tragen sie dann über die Straße. Diese Arbeit muss oft zweimal am Tag durchgeführt werden und kann sich über einen Zeitraum bis zu 6 Wochen erstrecken.
Bekannte Wanderstrecken im Stadtverband Saarbrücken außerhalb der Landeshauptstadt
sind:

L 277 Großrosseln Lauterbach - Karlsbrunn (Spitteler Weg)
L 276 Großrosseln Karlsbrunn - St. Nikolaus
L 278 Großrosseln Nördl. Dorf im Warndt (Ziegeleiweiher)
L 279 Völklingen Warndtweiher
L 276 Völklingen Karlsbrunn - Ludweiler (In der Kräm)
L 164 Völklingen Ludweiler - Großrosseln (Eichenkopf)
B 51 Völklingen Völklingen - Bous
L 136 Völklingen Völklingen - Püttlingen (Am Wildpark)
Püttlingen Erschließungsstraße Dickenberg (Im Kesselfeld)
L 269 Püttlingen Umgehungsstraße Püttlingen (bei Halde Viktoria)
L 272 Püttlingen östlich Ritterstraße
L 141 Heusweiler Kurhof - Schwarzenholz
L 141 Heusweiler Kutzhof - Mangelhausen
L 127 Quierschied Fischbach – Quierschied (bei Klinik)
L 126 Sulzbach Sulzbach - Neuweiler
L 250 Sulzbach Neuweiler - Dudweiler
L 106 Kleinblittersdorf Sitterswald – Bliesgersweiler Mühle

So kann jeder helfen

Als Autofahrer sollten Sie Rücksicht nehmen und langsam fahren, wenn Hinweisschilder oder andere Vorrichtungen zum Schutze von Amphibienwanderungen aufgestellt sind - diese stehen garantiert nur da, wo tatsächlich Wanderungen stattfinden.
Hier müssen Sie auch mit Naturschützern im Straßenraum rechnen, die den Amphibien bei der Überquerung der Straße helfen.

Als Gartenbesitzer können Sie den Fröschen und Molchen schon durch die Anlage
eines kleinen Gartenteiches helfen – denn jeder noch so kleine Teich ist ein potentielles
Amphibiengewässer.
Die Ufer des Gewässers sollten möglichst flach ausgebildet sein. Die Mindesttiefe des Teiches sollte 80 cm betragen, um einen eisfreien Wasserbereich im Winter zu erhalten.
Nach dem Ablaichen suchen Amphibien dann an Land Unterschlupf für den Sommer: Totholzhaufen, spät gemähte Wiesenbereiche, "Wildwuchs" unter Gehölzen werten den Lebensraum an Land – nicht nur für Amphibien - auf.

Keine Umsiedlungen

Bitte siedeln Sie niemals Amphibien aktiv in ein neu angelegtes Gewässer um: das ist nicht nur gesetzlich verboten, sondern Sie schaden den Tieren damit auch mehr, als dass Sie ihnen helfen. Frösche, Kröten & Co suchen meistens immer wieder ihr Geburtsgewässer zum Ablaichen auf. Durch Umsiedlungen gerät der Orientierungssinn der Tiere vollständig durcheinander. Haben Sie ein neues Gewässer angelegt, so werden sich von allein einige Tiere "verlaufen"oder auf ihren gewohnten Wanderwegen Ihren neuen Naturteich entdecken -eine Besiedelung von neuangelegten Kleingewässern erfolgt meist überraschend schnell.

Übersicht Amphibienwanderungen

Amphibienwanderungen im Stadtverband Saarbrücken