Fußballer, Deportierter und Bürgermeister
Marcel Müller war eine über die Grenzen des Kohlebeckens hinaus bekannte starke Persönlichkeit, wegen seiner Popularität als Fußballspieler. Viele Einwohner identifizieren sich mit diesem Mann von Charakter, der die Farben und das Ansehen von morsbach hoch hielt.
Hier einige Schlüsseldaten seines Lebens:
Deportation von 1943 – 1945
Marcel Müller leidet, wie seine mosellaner Mitbürger unter der deutschen Besatzung, aber er verweigert die Einschreibung zur Musterung und läßt sich auch nicht durch die Deutschen mustern.
Er versuchte die Grenze zu durchbrechen, um heimlich nach Frankreich zu flüchten. Am 18 März 1943 wird er durch die Gestapo bei Novéant verhaftet und als Kriegsdienstverweigerer der deutschen Armee unterstellt nachdem er in Metz im Gefängnis, in den Konzentrationslagern Struthof, Dachau, Neckergerach, Ellwangen, Stuttgart und erneut in Dachau inhaftiert wurde. Am 29. April 1945 in Dachau durch den Vormarsch der amerikanischen Truppen befreit. Erreicht er am 8. Mai 1945 , dem Tag des Sieges, sein Zuhause.
Fußballer
Profispieler beim F.C Metz von 1934 bis 1938
Marcel Müller begann bereits im kindesalter bei der U.S (union sportive) Forbach, aber mit 17 ging er zum F.C Metz (damals noch C.S Metz) und gelangte 1935 in die erste Liga.
Die Vorkriegszeit war von zahlreichen Mobilmachungen und der Jagd nach Fußballspielern gezeichnet: Marcel Müller wurde ebenso wie Hibst, Fosse, Marchal, Haag, Kappe, Nuic und Zehren im Regiment 162 RIF verpflichtet, das dem F.C Metz als Zweigstelle diente. Sowohl 1937 als auch 1938 wird Marcel Müller mit dem 162 RIF französischer Militärmeister.
Seine Erfolge:
- 1937 und 1938 französischer Militärmeister
- 1938 Finalist im Frankreich Pokal
- 1939 wird er in die französische Militärmannschaft aufgenommen
- 1938, 1939 und 1946 zahlreiche Aufstellungen für die Mannschaft lothringens ( wobei er selbst die Auswahl getroffen hat und 1946 der einzige amateur der Auswahl war).
Anscheinend wurde er auch für das Spiel der französischen A-Mannschaft gegen Italien ausgewählt, lehnte aber ab, da er „nur“ Auswechselspieler werden sollte. (Die, die ihn kannten, würde das nicht wundern)
Seine traurigste Erinnerung als Fußballspieler:
Das Finale im Frankreich Pokal 1938: Metz 1 – Marseille 2
Der Präsident der Republik Albert Lebrun ( ein Lothringer) reicht bei der Vorstellung der Mannschaften Marcel Müller die Hand. Es wurden viele Dinge über dieses Finale geschrieben und die Fans des F.C Metz kennen die Geschichte des Strafstoßes, der zunächst gegeben, dann aber den Metzern doch verweigert wurde und des strittigen Tores, welches von einem parteiischen Schiedsrichter, (in diesem Fall der Elsässer Munsch) gegeben wurde. Die Zuschauer im Parc des Princes hatten für die Metzer Spieler vorgesorgt und ertränkten das Spielfeld mit ihren Sitzkissen.
Die Lothringer gaben ihrer Mannschaft bei der Rückkehr nach Metz einen triumphalen Empfang. Nach dem Alptraum der Déportation beendete Marcel Müller seine professionelle Karriere, wurde aber 1946 als einziger Amateur für die Mannschaft Lothringens ausgewählt.
Trainer des S.O Merlebach von 1945 bis 1949
Als Trainer des S:O Merlebach führte er den Verein durch gute Zeiten und bestimmte die Geschichte des Clubs:
- 1946 Meister im Département Moselle, er machte 27 von 67 Toren seiner Mannschaft
- 1947 Lothringischer Meister, Müller mit 15 von 63 Toren der Saison
- 1948 Lothringischer Meister und 32. Im Frankreich Pokal. Müller erzielte 28 von 76 Toren
- 1949 Vize – Meister in Frankreich und 32 im Frankreich Pokal.
Spielertrainer des U.S Forbach von 1949 – 52
Marcel Müller beendet seine Karriere als Spielertrainer von 1949 – 1952.
Marcel Müller war ein großer Fußballspieler, dessen Karriere auf nationaler Ebene unglücklicherweise durch den Krieg verhindert wurde.
Marcel Müller hat dem lothringischen Fußball und dem Fußball in der Moselle seinen Stempel aufgedrückt, noch heute dient er als Referenz. Der Krieg hat eine vielversprechende Karriere in der französischen Nationalmannschaft zunichte gemacht. Alle großen Mannschaften dieser Zeit wollten seine Dienste in Anspruch nehmen, besonders der Leuchtturm unter den Vereinen, der „Racing Paris“.
Der damalige Präsident des F.C Metz, Herr Herlory, hat sich dem energisch widersetzt. Sein Schicksal wäre sicherlich ein anderes geworden. Für alle Anerkennung oder Fragen können Sie sich an Herrn Gaston Müller wenden. Gaston.muller@wanadoo.fr
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